Aktueller Stand

Richtplan Neuauflage 2017: Grube vergrössert, noch mehr Abbau

Schon wieder wird geändert. Das Kantonale Amt für Raumentwicklung räumt den Betroffenen eine Einsprachefrist bis 9. März 2018 ein. Siehe Einladung zur Mitwirkung. Dort finden Sie auf Seite 3 links oben den Link www.richtplan.zh.ch und unter AKTUELL den Zugang zum Formular Mitwirkung sowie allen relevanten Angaben.

Der Öffentlichen Auflage Richtplan 2017 ist unter Punkt 5.3-2 für Lindau, Tagelswangen zu entnehmen: Strassenerschliessung via Siedlungsgebiet ausschliessen, Bahnanteil von 80 % für den Abbau vorsehen, Betrieb des Nordteils der Grube auf 12 Jahre beschränken; Eckwerte für den Gestaltungsplan: Fläche 35 ha (vorher 26 ha), Abbauvolumen 7.5 Mio. m3 (vorher 4 Mio. m3). Dabei ist zu beachten, dass beim Auffüllen der Grube – im Gegensatz zum Abbau – kein Transport per Bahn erfolgen soll. Die Millionen von Kubikmetern Füllmaterial werden also per LKW herbei gekarrt.

 

Unsere Gründe gegen den Kiesabbau in Tagelswangen

  • Tagelswangen und die ganze Gemeinde Lindau sind schon seit Jahren an der Grenze des Erträglichen angelangt.
    • Kantonsstrasse mitten durchs Dorf mit ständig anschwellender Autolawine
    • Autobahn mit stets steigendem Geräuschpegel
    • Bahnlinie ZH – SG: meistbefahrene Strecke der Schweiz
    • Fluglärm: die grösste Plage, Tendenz zunehmend
  • Die Zwängerei der Kieslobby muss gestoppt werden. Nachdem bei der alten Kiesgrube, die erst nach 15 Jahren wieder aufgefüllt war, 1.5 Mio. m3 abgebaut wurden, sollen es bei der neuen Grube 7.5 Mio. m3 sein. Der haarsträubende Güseltourismus (1979 – 1985) ist den älteren Anwohnern noch in böser Erinnerung.
  • Das Gewerbe ist entsetzt. Was man den örtlichen Firmen antut, stört die Richtplaner in keiner Weise. Für die Med- und Hightech-Unternehmer – zum Teil seit 50 Jahren in Tagelswangen ansässig –  sind die zu erwartenden Emissionen eine Katastrophe. Wir befürchten ihren Wegzug.
  • Der Tagelswangener Kies ist sehr verdichtet. Wenn behauptet wird, der Abbau sei ohne Sprengungen möglich, ist Skepsis geboten. Bei der ersten Grube gab es erhebliche Schäden und Störungen durch die Detonationen.
  • Tagelswangen ist nicht Weiach. Man kann nicht zuerst Immobilienkäufer mit “hoher Lebensqualität” anlocken und dann eine Kiesgrube zwischen neu erbaute Häuser und den Waldrand quetschen.
  • Wir wehren uns gegen den Attraktivitätsverlust der Gemeinde Lindau und den sinkenden Marktwert der Liegenschaften.
  • Die geplante Kiesgrube befindet sich im Grundwasser-Zuströmbereich und stellt eine ökologische Gefährdung dar (GIS Gewässerschutzkarte).

Nächste Schritte

Der Verein Kiesgrube-NEIN beobachtet die Entwicklung rund um die geplante Kiesgrube in Lindau, Tagelswangen mit grösster Aufmerksamkeit. Während bei den meisten Richtplan-Objekten unter dem Kapitel 5 Materialgewinnungsgebiete bereits ein Gestaltungsplan vorliegt, ist das für Tagelswangen nicht der Fall. Wir harren der Dinge, die da kommen sollen.